|
Funiture Collection |
©2002 von LZ Granderson, ©THE ATLANTA JOURNAL. Alle Rechte
vorbehalten.
©2002 Übersetzung 'GALAXY-NEWS' Alle Rechte vorbehalten.
Promis & Möbel
Bekannte Persönlichkeiten und verstorbene Stars leihen Einrichtungskollektionen
ihren Namen von LZ Granderson - Einrichtungsberater des Atlanta
Journal-Constitution
Kevin Sorbo, der TV-Hercules, ist der Name, der hinter dem Entwurf dieses
Bettes, einem Stück einer insgesamt 35-teiligen Einrichtungslinie, steht, die
von ihm und seiner Ehefrau entworfen wurden.
In den vergangen 25 Jahren hat Robert Clark, Präsident von Boyd Furniture, seine
kalifornische Firma mit großem Geschick geleitet. Doch als der wirtschaftliche
Erfolg ins Stocken geriet, atmete Clark tief durch und wandte sich an 'Hercules'
und bat ihn um Hilfe. Das Ergebnis ist die Sorbo-Kollektion, 35 vom Schauspieler
Kevin Sorbo, bekannt durch die Hercules Kult-TV-Serie aus den 90er Jahren, und
seiner Frau Sam entworfenen Einzelstücken.
Was? Moment mal, Hercules und Möbel?

Nun, diese stilsichere Hochzeit ist nicht so ungewöhnlich, wie es auf den ersten
Moment scheint. Und es ist nur eine neue Verbindung zwischen Prominenten und den
Möbelherstellern. Einem regelrechten Trend in den letzten Jahren. Es ist knapp
einen Monat her, da traten Lauren Bacall, Jaclyn Smith und Oscar de la Renta in
High Point, New Columbia auf, um dort neue Einrichtungslinien vorzustellen. Und
für die Möbelhersteller, wie zum Beispiel Boyd, sind diese Verbindungen zu
Prominenten ein guter Weg sich aus der breiten Masse der Konkurrenz abzuheben.
'Kein Promi kann den Verkauf schlechter Möbel verbessern. Aber wenn man gute
Qualität mit einem prominenten Namen anbieten kann, dann ist das ein echter
Pluspunkt!' erklärt Clark und fügt gern hinzu, dass die Sorbo-Kollektion bereits
bis Juni 2003 ausverkauft ist.
Erste Anzeichen für diese Lizenzflut konnten bereits 1999 festgestellt werden,
als die Firma Thomasville, die Ernest Hemingway Kollektion herausbrachte. Im
Frühjahr diesen Jahres übertraf sich dann die Firma Vaugh-Bassett mit ihrer
Elvis Presley Kollektion in den jeweiligen Vorzimmern und legte diesen Herbst
noch einmal nach. Heutzutage platzen die Ausstellungsräume vor Kassettenbetten,
Kaffeetischchen und Ledergarnituren, die den Namen eines berühmten
Schriftstellers, einer Leinwandgöttin und von einem Engel von 'Charlies Engeln'
tragen.
Aber mal abgesehen von der Branche selbst, sind nicht alle von diesem Trend
verzaubert.
Nach dem Reiz solcher Möbel befragt, antwortete die 24-jährige Rebecca Reshesky,
die nach etwas Neuem für ihr Appartement sucht, einfach: 'Wenn Lenny Kravitz
eine Couch entwirft, dann weiß man, das diese 'funky' ist. Aber wissen wir auch,
ob sie komfortabel ist und in die Wohnung paßt? Und überhaupt. Was weiß der
schon von Möbeln?'
Noch schlechter beurteilt Bryan Albrecht, ein Einkäufer von Domus in Buckhead
die Lage, denn der glaubt, daß dieser Promi-Trend die Design Industrie im
allgemeinen herabsetzt. 'Wissen sie, diese Leute haben die Möbel nicht direkt
selbst entworfen,' sagt er. 'Sie leihen den Stücken nur ihren bekannten Namen.
Und letztendlich sitzt nicht Humphrey Bogart selbst in den Designer Meetings,
oder doch?'
'Mein Vater liebte Möbel, besonders bequeme Möbel.' Argumentiert Bogarts Sohn
Stephen auf der Messe, als er für die Thomasville Kollektion Werbung macht: Die
Bogart Kollektion. Auch Lauren Bacall, Bogarts Witwe trat zu Werbezwecken für
diese Linie auf. 'Als wir damit anfingen, wußte ich nichts über Möbel. Aber ich
weiß, was mein Vater mochte und das habe ich eingebracht und weitergegeben. Und
ich denke, daß die Ergebnisse unglaublich gelungen sind!' fügt Bogart junior
hinzu.
Bogart berichtet, dass er sich an Thomasville gewandt habe, nachdem er die
Hemingway Linie des Unternehmens gesehen hatte. 'Ich will den Markt nicht mit
dem guten Namen meines Vaters überschwemmen. Aber ich denke, wenn man ihn in
Verbindung mit etwas Schönem und Hochwertigem bringt, dann ist das gut für seine
Legende.'
Aber eine Legende zu sein, reicht nicht immer. Während die Elvis Presley Linie
dieses Frühjahr noch mit offenen Armen begrüßt wurde, so sind nur einzelne Teile
der Herbstkollektion ein Verkaufsschlager. 'Wir haben nicht soviel Umsatz wie
erhofft gemacht.' erklärt Doug Bassett. 'Der Markt ist einem ständigen Wandel
unterworfen.'
Doch Andere werden diesem Trend voraussichtlich beobachten und folgen, vermutet
Michelle Lamb, Gründerin von Marketing Directions, einem Beobachter von
kommerziellen Trends. 'Es gibt so viele verschiedene Möbelrichtungen und
unterschiedliche Dinge, die man verkaufen kann. Und wenn man etwas unternehmen
kann, daß der Absatz der eigenen Linie sich von den anderen abhebt, dann macht
man es eben!' berichtet sie weiter.
'Ich würde gern mal eine Cary Grant oder Grace Kelly oder Fred Astair Kollektion
sehen, die an die Glamour-Ära von damals anknüpft.' fügt sie hinzu. 'Ich denke
es könnte sehr viel Spaß machen, besonders, wenn es in einer Möbelschlacht
endet. Der Mensch will einfach Dinge um sich herum, die ihn an eine bessere Zeit
erinnern!'
Robert Thompson, Professor für Populärkultur an der Universität von Syracuse,
New York, stellt sich nur eine Frage zu dieser Entwicklung: 'Warum ist dies
damals nicht passiert? Der Prominentenbonus funktioniert, weil die Promis so
viel darstellen und man eigentliche selbst entscheiden kann, ob man in diese
Falle tappt oder nicht!' erklärt er.
'Und das andere Problem ist, das Möbel in diesem Land keine Identität haben. Die
Durchschnittsamerikaner ist nicht in der Lage 10 der größten Möbeldesigner
dieses Landes zu benennen, weil er sich nicht dafür interessiert. So wichtig wie
Möbeln nun einmal sind, so irrelevant ist die Situation, da niemand sich richtig
abhebt. Zumindest ist das bisher so.'
http://www.collezioneeuropa.com