The Scifiworld-Interview October 2007
 

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Deutsche Übersetzung:

Kevin Sorbo Interview - Hercules - Andromeda

Veröffentlicht: 9. Oktober 2007

Geboren in Mound, Minnesota, spielt Kevin Sorbo als Dylan Hunt die Hauptrolle in der einstündigen Science-Fiction/Action-Sensation “Gene Roddenberry's Andromeda,” die auf einer Idee aus den Archiven des verstorbenen „Star Trek“-Schöpfers beruht. Kevin stieg in der Titelrolle der Hit-Serie “Hercules: The Legendary Journeys“ schnell zu internationalem  Starruhm auf. Indem sie schnell die Nummer 1 der meistgesehenen Programme im Zusammenschluss der Sender wurde, frischte die innovative Actoin-Stunde das gesamte Action/Abenteuer-Genre im Fernsehen auf und gab Anlass zu zwei Spin-off-Serien. Kevin führte auch bei zwei Episoden der Show Regie und war bei einer Fortsetzung  Co-Autor. 1997 hatte Kevin sein Spielfilm-Debüt mit "Kull the Conqueror,” einem Vorläufer von  “Conan , der Barbar.” Kevin erschien außerdem in verschiedenen Hit-Shows wie “Dharma & Greg,” “Just Shoot Me,” “Cybill,” “The Commish,” und “Murder, She Wrote.” Über das Schauspielen hinaus ist  Kevin Sprecher für  “A World Fit for Kids,” eine gemeinnützige Organisation, die gefährdeten Kindern Vorbeugungsprogramme gegen Bandenwesen,  Drogen und Schulabbruch zur Verfügung stellt. In seiner Rolle erhöht Kevin das Bewusstsein für die Wichtigkeit  von Betreuung und für das Handeln als positives Rollenvorbild  für die Jugend unseres Landes.

Biografie

aus www.kevinsorbo.net 

Gilles Nuytens: Man rechnet damit, dass du in einem Film names ‚Hunting and Fishing’ spielen wirst, über den ich nicht viele Informationen finden konnte....

Kevin Sorbo: Sie halten das ein bisschen geheim,glaube ich.

Gilles Nuytens: Kannst du mir ein paar Informationen darüber geben?

Kevin Sorbo: Nun, er ist  von den Schöpfern der ‘Scary Movie’-Franchise. Sie machten ‘Scary Movie’, 1, 2, and 3. Sie machten einen Kinofilm mit dem Namen ‘Epic Movie’ und ‘Date Movie’.

Sie machen Verulkungen auf andere Shows, und das wird eine Verulkung des Kinofilms ‚300‘ werden.

Gilles Nuytens: Es  ist eine Art Parodie auf ‚300‘...

Kevin Sorbo: Ja, genau das ist es. Es hat viel Spaß gemacht und war sehr lustig.

Das Studio, Twentieth Century and New Regency, ist sehr aufgeregt darüber. Wird wahrscheinlich zwischen dem späten Dezember und dem späten Januar gesendet werden. 

Gilles Nuytens: Kannst du über die Rolle sprechen, die du spielen wirst? Ich sehe gerade, dass du als ‚Captain‘ in den Credits stehst.

Kevin Sorbo: Das ist alles, was ich bin: nur ein Captain. Ich bin der Captain, die rechte Hand von Leonidas.  In dem Kinofilm ‚300‘ ist das der Bursche, dessen Sohn geköpft wurde. Und in diesem Film spiele ich eine ähnliche Rolle, aber es wird alles auf eine viel humorvollere Art gemacht. Die Parodie zieht sich durch den ganzen Film. Es ist sehr lustig, aber ich darf nicht allzu viel darüber sagen.

Gilles Nuytens: Also bist du zurück in der griechischen Mythologie...Wie siehst du diese Rolle im Vergleich zu ‚Hercules‘?

Kevin Sorbo: Tatsächlich gibt es Ähnlichkeiten zu ‚Hercules‘, aber dies ist eine viel übertriebenere Parodie dieses Films als bei ‚Hercules‘. Selbst wenn wir versuchten, der Mythologie zu folgen, die den meisten Menschen vertraut ist, so fügten wir doch mit Einzeilern viele humorvolle Elemente hinzu.   Die Kampfszenen waren nie übermäßig gewalttätig, ich meine, in einigen wurde es ernst, aber größtenteils wurde alles in einer lustigen, leichten Art gemacht. Ich denke, wir haben uns irgendwie einfach immer genau an diese Linie gehalten. 

Gilles Nuytens: Du spieltest die Hauptperson in zwei Sci-Fi- und Fantasie-Shows  während sechs und fünf Jahren. Was hat dir in jeder Rolle am besten gefallen, als Hercules and Captain Dylan Hunt?

Kevin Sorbo: Um mit Hercules anzufangen – ich glaube, was ich daran liebte, war einfach die Tatsache, dass ich ein Fan von Mythologie war. Während ich aufwuchs, las ich eine ganze Menge davon. Ich habe sie immer geliebt.  Tatsächlich so jemanden zu spielen , der ein überlebensgroßer mythologischer Held war,  das war für mich eine ziemliche Ehre. Wir hatten eine so gute Zeit dabei.  Ich lebte für fast sieben Jahre unten in Neuseeland und drehte dort.  Und ich hatte eine so großartige Mannschaft, mit der ich arbeiten konnte, die Besetzung und alle, wir hatten viel Spaß. Für mich war es lachhaft: Ich wurde bezahlt, um diese Person zu spielen. Was Dylan Hunt angeht, so war der größte Unterschied, der mir beim Spielen von Captain Dylan Hunt gefiel, die Tatsache, dass er menschlich war. Das war ein Bursche, der nicht unfehlbar war. Bei Hercules wusste man, dass er gewinnen würde. Ich denke, das Schlüsselelement dieser Serie war es, sie auf eine lustige, ironische Art zu machen, zwinker, zwinker, irgendwie so, dass die Zuschauer  wussten, dass ich bei ihnen war und wir auf eine Art Teil desselben Teams waren.  Mit Dylan war es persönlicher. Weil hier ein Bursche ist, der nicht immer gewann, nicht immer seinen Willen durchsetzen konnte. Er blutete. Wenn er verletzt wurde, war er verletzt. Ich denke, vom Standpunkt eines Schauspielers war es einfach ein Spaß, einen Helden zu spielen, keine Frage, aber obendrauf  noch einen Kerl, der Fehler und Probleme hatte.

Gilles Nuytens: Du hast schon ziemlich viel von meiner nächsten Frage beantwortet. In ‘Kull the

Conqueror’ porträtierst du wieder einen mythologischen Helden. Ist das ein Genre, an dem du Freude hast, oder ist es mehr eine günstige Gelegenheit, die du dank des Erfolgs von ‚Hercules‘ hattest?

Kevin Sorbo: Es ist sicherlich eine Kombination von beidem. Ich habe das Fantasy/ Sci-Fi-Genre immer gemocht. Davon wurde ich immer angezogen. Ich wuchs mit den ‘Star Trek‘-Serien auf, mit ‘Outer Limits’, den ursprünglichen Kinofilmen, den Wiederholungen mit Steve Reeves als Hercules. Es war für mich einfach so – das war eine Art natürlichen Fortschreitens, um in diesen Fußstapfen weiterzugehen. Aber ich habe kürzlich viel mehr ganz andere Dinge gemacht. Gerade, während wir jetzt miteinander sprechen, drehe ich meinen zweiten Western.  ‘Hunting and Fishing’ war einfach eine Gelegenheit, einen weiteren großen Studiofilm zu machen. Um mich da in einem anderen Format rauszubringen. Tatsächlich bevorzuge ich das Fernsehen. Ich mag die Routine des Fernsehens. Eine Stunde Fernsehen ist wahrscheinlich das härteste Geschäft, in dem man arbeiten kann, mit den Stunden, die man auf einer  tagtäglichen, Jahr um Jahr –Basis einbringen muss, aber mir gefällt das. Ich versuche, mich selbst da rauszubringen und mehr Filme zu machen. Nach diesem Western werde ich einen Bankraub der heutigen Zeit  drehen. Über diese vier Burschen , die eine Bank ausrauben, ich bin einer von ihnen, und alle von uns werden schließlich getötet. Es heißt ‚The Price‘. So werfe ich mich auf eine Art da raus und mache auch andere Dinge.

Gilles Nuytens: Was ist deine beste Erinnerung an ‘Kull the Conqueror’?

Kevin Sorbo: Ich glaube, einfach der Trip selbst, um drüben in Kroatien und der Slowakei zu drehen. Es war eine erstaunliche Erfahrung. Es war Spaß. Zwei Länder und zwei Städte, in denen ich noch nie zuvor in meinem Leben gewesen war. Einfach, eine so riesige internationale Truppe von Leuten zu sehen, die für dreieinhalb Monate für dieses Projekt zusammengewürfelt worden waren. Es gab zwölf verschiedene Sprachen am Set, so war es immer eine Herausforderung, die richtigen Botschaften an die Leute rüberzubringen. Und die Chance, mit Raffaella De Laurentiis zu arbeiten. Ich war ein großer Fan von ‘Conan  der  Barbar’.  Ich habe Arnold Schwarzenegger einige Male über die Jahre hinweg getroffen. Er hielt tatsächlich lange Zeit an dem Projekt fest, weil er darüber nachdachte, seinen eigenen Vater zu spielen, denn Kull war Conans Vater. Und noch einmal muss ich mich auf die Vergangenheit beziehen, denn mir gefällt das Genre. Ich mag es, das zu machen.

Gilles Nuytens: Mir hat der Film wirklich gefallen. Er war wirklich unterhaltsam.

Meine nächste Frage: Entsprach die Handlung in  ‘Andromeda’ , während die erste Staffel in Gang war, deinen Erwartungen?

Kevin Sorbo:  Ja. Ich dachte, es war fantastisch. Um die Sache abzukürzen, ich dachte, es war ein großer Fehler, Robert Hewitt Wolfe als unser Zugpferd loszuwerden. Er entwarf eine Vision für die Show über fünf Jahre hinweg, und sie warfen ihn nach zwei Jahren hinaus. Das ist irgendwie die Art des Studios, die Leute aus Ego-Gründen auf ihrem Platz zu halten. Ich weiß nicht. Ich hatte gehofft, wir könnten seine Vision durchbringen. Mir gefiel das Düstere darin, die Unvorhersehbarkeit, und mir gefiel das Universum. So böse, wie es war, wollte ich sehen, wie Dylan seinen Weg durch die Magogs und die Nietscheaner und all die anderen schlimmen Leute bahnen würde. 

Gilles Nuytens: Warst du glücklich mit dem Ende der Show in ihrer letzten Staffel?

Kevin Sorbo: Es ist so schwierig, allen zu gefallen, weil jeder seine eigene Meinung haben wird. Es ist so, als ginge man zu einem Fußballspiel. Es wird so sein, dass die eine Hälfte, die geht, den Funktionär hassen wird, und die andere Hälfte wird ihn lieben. Es ist niemals eine Situation mit Gewinn für beide Seiten. Mir hat es deshalb gefallen, weil ich glaube, dass Dylan begann, in die Person zurückzugleiten, die er in Staffel eins war. Selbst wenn er von seiner Mannschaft gelernt hatte, etwas weniger militant und etwas sorgloser zu sein, sozusagen, glaube ich, er wurde es Leid, ständig mit ihnen hauptsächlich darüber zu prechen, seine Vision umzusetzen, was er sich für ein sichereres Universum erhofft hatte. Und mir gefällt, dass er auf eine Art mehr zum Einzelgänger wurde, dass er sagte ‚ zum Teufel mit euch, Jungs, wenn ihr nicht mit mir sein wollt, fein. Ich werde mein eigenes Ding machen. Ihr Jungs könnt eure eigene Sache machen.‘ Ich mag irgendwie die Doppeldeutigkeit in der Art, wie es endete, weil sie es – für mich – offenließen, einen Kinofilm oder so etwas zu machen .Wenn das geschehen wird, ich weiß nicht. Ich glaube nicht. Das Studio ist zerfallen, es steht zum Verkauf. Sie haben auch jede Menge interne Probleme.

Gilles Nuytens: Dieselbe Frage für ‘Hercules’. Bist du glücklich mit der ersten und der letzten Staffel?

Kevin Sorbo: Ja. Wir haben mit fünf zweistündigen Spielfilmen angefangen, bevor wir mit einer einstündigen Serie weitermachten. So war die zweite Staffel in Wirklichkeit die erste der einstündigen Show. Ich mochte sie durchweg. Die einzige Sache, die mir nicht gefallen hat, war die Schlussstaffel von ‘Hercules’. Wir haben nur acht Episoden gemacht. Ich war auf dem Wege, ‘Andromeda’ zu machen, aber wir hatten noch acht Monate, bevor Andromeda anfing. So hätten sie die Staffel leicht beenden können. Und ich habe seither  erfahren, dass das Studio, und ganz gewiss die Produzenten, Sam Raimi, gewünscht hätten, dass sie die Staffel zu Ende gebracht hätten. Und das hätten sie tun sollen. Ich denke, es war eine reflexartige Reaktion auf ihrer Seite, dass ich die Show nicht weitermachen wollte. Sie boten mir eine Verlängerung meines Vertrags für drei Jahre an, aber ich war tatsächlich in einer Burn-out-Phase. Ich sagte ‚seht mal, wir haben das jetzt über sieben Staffeln gemacht, und ich bin so weit, etwas anderes zu tun.‘ Ich denke, es war ihre Art, mir – verzeih meine Offenheit -  ‚fick dich‘ zu sagen. Sie sagten nur, „gut,  schön. Lasst uns acht Stunden machen und aufhören.“ Ich denke, sie haben das Ende überstürzt. Und sie hätten das Ende nicht überstürzen sollen. Wir hätten leicht die vollen zweiundzwanzig Episoden beenden können. Und letztendlich hat ihnen ihre Kindhaftigkeit selbst geschadet, denke ich, und auch den Fans. Das ist alles, was man tun konnte. Und es ist schade und unglücklich. Es ist mit Sicherheit etwas, das ich immer bedauern werde, und ich wünschte, wir hätten es wirklich beenden können.

Gilles Nuytens: Nach dem Erfolg von ‘Hercules’ und ‘Andromeda’ – welche dieser Rollen hatte die größten Auswirkungen auf dich?

Kevin Sorbo: Oh, ganz sicherlich ‘Hercules’. Das war diejenige, die mich an den Start brachte. Wir überholten  ‘Baywatch’ Mitte 1996, ich glaube, es war die am meisten gesehene TV-Show der Welt. Die Show gebar ‘Xena’. ‘Xena’ hätte ohne ‘Hercules’ nie existiert. Es hätte diese Show nie gegeben. Und wir hatten auch ein Young Hercules-Spin-off. Es lief nicht sehr gut. Es wurde nach einem Jahr abgesetzt. Aber es begann, der Öffentlichkeit einen jungen Schauspieler namens Ryan Gosling zu präsentieren -  den, der ihn spielte. Er ist jetzt ein großer Bursche im Kinofilm. 

 

Gilles Nuytens: Ich nehme an, auf der Straße wirst du öfter als Hercules als als Dylan Hunt erkannt.

Kevin Sorbo: Oh, keine Frage. Es sind vielleicht 65 %  Hercules. Obwohl ‘Andromeda’ jetzt für zwei Staffeln hier in den Staaten gemacht wurde, kaufen die Leute es auf DVD, so ist es sicher  da draußen. Es ist interessant, wie die Leute reagieren. Ich war gerade bei einer Convention in Atlanta, Georgia, namens Dragon*Con. Dort waren wahrscheinlich 50 000 Leute. Ich würde immer noch sagen, gut 40 % der Fotos, die ich signierte, waren für Dylan Hunt.

Gilles Nuytens: Was die  Dragon*Con betrifft, wie war diese Erfahrung, da drüben?

Kevin Sorbo: Es ist die dritte hintereinander, bei der ich war, sie laden mich immer wieder ein. Wenn ich die Zeit erübrigen kann, gehe ich hin. Mir gefällt es dort einfach wirklich. Sie hatten mich während der Herc-Jahre häufig eingeladen, und während  ‘Andromeda’, aber ich drehte die meiste Zeit und schaffte es niemals da runter. Es ist ein Heuler, muss ich dir sagen. Es ist Spaß. Mir gefällt es, mit den Fans zu plaudern, und ich mag die Q&A Sessions, die wir machen. Ich habe Freunde in Atlanta, also verlockt mich das ganz sicher, dort runter zu gehen. Ein paar nette Dinner mit Freunden. Ging zu einem Baseballspiel. Ich mache daraus auch eine Art Trip für mich selbst. Ich werde mehr Cons besuchen. Im Augenblick ist es in meinem Zeitplan, raus nach London zu kommen, um eine im späten Oktober zu machen. Ich denke, das wird eine riesige dort, in einem Einkaufscenter mit etwa zweihunderttausend Leuten. Ich hoffe, ich kann es schaffen. Ich hörte von einer anderen in Stockholm, Schweden, aber ich weiß nicht, wann das ist. Ich würde gern zu mehr solchen Cons kommen. Ich wundere mich, dass ich nicht international mehr eingeladen werde. Ich werde in Amerika zu etwa zwei oder drei im Monat eingeladen. Ich kann zu der Mehrzahl nicht hingehen, aber bei dem Erfolg von ‘Hercules’ und ‘Andromeda’ rund um die Welt bin ich irgendwie überrascht, dass ich nicht zu mehr Cons in anderen Ländern eingeladen wurde. Ab und zu bekomme ich eine Anfrage aus Australien, aber das ist es auch wirklich schon.

Gilles Nuytens: In dem Spielfilm ‘Something Beneath’ spielst du einen Priester, aber nicht wirklich den üblichen Typ eines Priesters. Was waren deine Erfahrungen hierbei?

Kevin Sorbo: Die Erfahrungen waren kalt. Wir drehten oben in  Winnipeg, Kanada. Ich denke, das Drehbuch ließ ein wenig zu wünschen übrig. Ich glaube, David Winning, unser Regisseur, machte einen großartigen Job, indem er versuchte, etwas daraus zu retten. Es ist einfach so, die Story selbst funktionierte nicht vollständig. Ich glaube, es gibt darin einige nette Augenblicke. Ich hätte gern mehr Zeit mit dem Drehbuch gehabt und mehr Zeit, tatsächlich zu drehen. Wir bekamen nicht eine so lange Zeit, es ordentlich zu drehen, aber Hut ab vor David Winning. Ich habe schon vorher mit David gearbeitet. Er führte Regie bei ein paar Episoden von  ‘Andromeda’. Er ist sehr leidenschaftlich, seiner Handwerkskunst sehr ergeben. Er liebt Schauspieler und möchte mit ihnen arbeiten. Ich denke, seinetwegen wurde der Film weit besser, als er sich wirklich auf den Seiten las.

Gilles Nuytens: Was war der Unterschied zwischen der Arbeit mit David Winning bei ‘Something Beneath’ und der Arbeit mit ihm bei ‘Andromeda’?

Kevin Sorbo: Nun, ich denke, der Hauptunterschied würde die Tatsache sein, dass wir mehr Zeit hatten – ich sagte schon, dass ich wünschte, wir hätten bei ‘Something Beneath’ mehr Zeit gehabt – aber wir hatten immer noch länger, als wir für eine einstündige TV-Show gehabt hätten. Wir hatten eine längere Zeit zum Zusammenarbeiten und zum Gespräch über die Szenen,  um Knitterstellen aus dem Drehbuch herauszuarbeiten. Wenn man eine TV-Show dreht, filmen wir die Show in nur sieben Tagen für jede Episode. So ist das Tempo viel schneller, und es ist einfach ein bisschen hektischer, aber David ist - egal, was, ob es eine Stunde TV-Show ist oder ein Kinofilm, er kommt vorbereitet herein. Ich habe niemals einen Regisseur gesehen, der so viele Notizen schreibt, und er gibt dem Schauspieler die Drehliste für jede Szene. Er hat schon ganz genau geplant, was er tum möchte. Und er möchte, dass wir uns dessen bewusst sind, was er will. So verbringt er viel Zeit und macht seine Hausaufgaben. Ich kann nur sagen, der Unterschied ist einfach nur das Zeitelement. Davon abgesehen, kommt er genauso herein, ob es nun ein Sieben-Tage-Dreh oder ein Zwanzig-Tage-Dreh ist.

Gilles Nuytens: In ‘Avenging Angel’ poträtierst du noch einmal einen Priester, aber wieder einen ungewöhnlichen Priester. So ist nun nach den großen Superhelden Zeit für Superpriester? Macht es dir Freude, Priester zu spielen?

Kevin Sorbo: Es ist tatsächlich irgendwie lustig, dass diese ganze Priestersache aufgetaucht ist. Ich habe das in einem anderen Spielfilm namens ‘Clipping Adam’ schon gemacht. Ich weiß nicht, was das ist  mit dieser Priestersache und mir und ein Superheld zu sein . Ich weiß nicht, was der Zusammenhang ist, aber da läuft etwas ab. Zu dieser Rolle wurde ich hingezogen, weil ich ein großer Fan des Spaghetti-Westerns bin. Ich liebe alle die alten Western. Ich liebe die Clint-Eastwood-Filme. Dieser Film las sich einfach genau wie einer der alten ‚Hochebenen-Gammler‘ –Filme. Außerdem wollte ich auch Western machen. Physisch -,  mein Aussehen, meine Körperlichkeit – würde es  immer gut mit den Western zusammenpassen. Und es war einfach so viel Spaß. Ich musste lernen, ein Pferd zu reiten. Ich meine, die Kleidung, die Sets, auf denen wir drehten, man fühlt es. Ich meine, wir sind gerade jetzt mitten in einem Western, und er heißt ‘Prairie Fever’. Ich weiß nicht, wann er in den Staaten gesendet wird. Ich vermute, November, Dezember, aber wegen des Erfolgs von ‘Avenging Angel’ – es war der am dritthöchsten eingestufte Kinofilm in der Geschichte des the Hallmark Cable Channel – ob sie mir das anrechnen wollen oder nicht, sie geben mir einige Anerkennung und bringen mich in wahrscheinlich zwei oder drei weiteren Western als den Prediger zurück. Ich denke, wir sollten eine Serie daraus machen und sie ‘The Avenger’ nennen. Ich liebte die Voraussetzungen dazu, die Sandigkeit. Ich liebe diese Zeitperiode in den späten 1800-Jahren. Ich finde, es ist einfach eine sehr interessante Zeit im Westen mit der frühen Formung von Amerika. Die Menschen haben diese Romantik, dieses romantische Ideal von dieser Zeit. Aber weißt du, du bist da draußen auf der Spur; da ist wirklich nichts Romantisches dran. Es war gesetzlos, schmutzig. Du hattest die Indianer und das Eindringen in ihr Territorium, du hattest die Tiere, die Bären und alles andere da draußen in dieser Zeit. Unglücklicherweise ist es uns gelungen, sie alle auszulöschen. Weißt du, es ist interessant. Es war  eine interessante Zeit.

Gilles Nuytens: Kannst du ein bisschen über deine Erfahrungen in ‘The OC’ sprechen??

Kevin Sorbo: Ursprünglich kam ich hinein, um nur zwei Episoden zu machen. Anscheinend gefiel ihnen mein Charakter, so dass sie mich schließlich in allen sieben ihrer letzten Episoden einsetzten, bevor sie die Serie absetzten. Ich erinnere mich: Als ich am ersten Tag ans Set kam,

kam Peter Gallagher zu mir und er sagte, „weißt du, sie werden die Serie nach diesem Jahr absetzen“. Ich sagte, „wirklich?‘ Er sagte, „ja, sie sind einfach fertig damit.“ Sie sind bereit, weiterzuziehen. Alle Produzenten haben andere Projekte, Dinge, die sie tun wollen, dass sie es jetzt einfach nur unter Dach und Fach bringen wollen. Ich sagte „Okay“.  Und dann dehnten sie meine Rolle immer weiter aus, aber was lustig an der Sache ist, sie haben viele Fragen der Fans niemals wirklich beantwortet. Ganz sicher haben sie meine nicht beantwortet. Ich meine, ich komme da runter, um Bens Vater zu spielen – oder Ryans, sollte ich sagen. Ich war auf eine Art schockiert, dass sie niemals eine Szene hatten, die tatsächlich die wirkliche Einigung zwischen Vater und Sohn zeigte. Da ist ein Bursche, der sich davon machte, seine Familie zurückließ. Sein Kind ist erst zehn Jahre alt, er muss etwa zehn Jahre im Gefängnis verbracht haben, er ist kein guter Kerl. Anfangs stieg ich damit ein, diesen wirklich schmierigen Kerl zu spielen, und sie schwächten meinen Charakter ständig ab, und das habe ich nicht verstanden. Es gab keinen Sinn, warum sie mit diesem disney-artigen Gefühl abschließen wollten. Es hätte mir nichts ausgemacht. Mir hätte es gefallen, wenn mein Charakter in einen guten Jungen umgewandelt worden wäre, aber nichts von diesen Dingen ist angesprochen worden. Ich wurde völlig überraschend einfach plötzlich ein guter Junge. Ich denke, das passiert mit Shows, die abgesetzt werden sollen: die Autoren werden faul. Es gibt da eine ‚ist mir egal‘-Haltung, die sich auf all die anderen Autoren überträgt. Sie machen das  irgendwie nur pro forma, weil sie andere Dinge haben, die sie tun wollen.

Gilles Nuytens: Du hast einige Episoden von ‘Hercules’ und ‘Andromeda’geschrieben und Regie dabei geführt. Ist das etwas, das du gern tust und das du weiterhin verfolgen möchtest?

Kevin Sorbo: Ja, ich weiß nicht so recht, was das Schreiben betrifft. Ich meine, ich kann die Autoren in die Pfanne hauen, aber ich denke, Schreiben ist eine schwierige Sache. Das denke ich wirklich. Ich denke, Autoren haben den härtesten Teil des Jobs. Und ich hab’s gemacht, aber ich habe nicht den Anspruch, ein großartiger Autor zu sein. Ich denke allerdings, dass ich ein guter Umschreiber bin. Ich glaube, ich kann die Arbeit anderer ansehen und die Löcher finden. Was ich denke, das passiert, ist, dass die Autoren ihrer eigenen Arbeit so nahe kommen und in der Abgeschiedenheit ihrer eigenen kleinen Kabine und des Computers die Stimmen aller Charaktere verlieren. Wenn du diese Dinge mit all den anderen Autoren laut liest, kommt es ans Licht . Du kannst sehen, wo die Probleme sind. Ich finde, Autoren nehmen das zu persönlich. Es ist keine Kritik, es ist einfach Realität. Und ich habe das herausgefunden, indem ich selbst schrieb. Ich glaube, es ist wichtig für Autoren, wenn sie für Fernsehen oder Kinofilme schreiben, was immer es auch sein mag, dass sie Menschen haben, die sich das ansehen, Freunde, Menschen, denen sie vertrauen, was auch immer, und sagen: ‚Schau mal, was denkst du darüber? Was, glaubst du, ist gut oder schlecht daran?‘ Ich glaube, das ist der einzige Weg, wie man aus sich einen besseren Autor machen kann. Ich habe nur einfach nicht die Geduld dazu, ein leeres Stück Papier anzusehen und es zum Leben zu bringen. Aber was das Regieführen anbelangt, ja, das liebe ich. Und tatsächlich fragt Hallmark jetzt gerade, ob ich meinen Hut wieder in den Ring zurück werfen und damit anfangen will, mehr Regie zu führen. Ich denke, ein Stück die Straße ins nächste Jahr hinunter oder schon eher werde ich bei einem Kinofilm für Hallmark Regie führen.

Gilles Nuytens:   Wenn man dir Gelegenheit gäbe, einen Charakter deiner eigenen Wahl zu spielen, in einem Film deiner Wahl, was würdest du aussuchen?

Kevin Sorbo: Weißt du, ich will immer noch alles machen. Ich würde es lieben, einen Bösewicht auf der Linie von John Malkovichs Charakter in ‘In the Line of Fire’ zu spielen, dem Clint Eastwood-Film, den er machte. Ich dachte, er war so ein erstaunlicher Bösewicht darin. Aber ich möchte diese romantische Komödie machen. Ich möchte so etwas wie ‘When Harry Met Sally’ machen. Ich möchte meine eigenen Version machen, aber nicht genau von diesem Film, sondern  von diesem Typ der romantischen Komödie. Ich weiß nicht, warum, aber ich wurde immer schon dorthin gezogen. Ich mag das komödiantische Element. Ich mag das romantische Element. Diese romantische Person ist noch immer in mir. Ich würde liebend gern so etwas tun, diese zeitlose romantische Komödie machen.

Gilles Nuytens: Was, im Allgemeinen, zieht dich bei einer bestimmten Rolle an?

Kevin Sorbo: Glaub es oder nicht, sehr viel davon hat mit meinem Manager zu tun. Ich habe einen Manager, der offensichtlich versuchen wird, meine Karriere in eine Richtung zu steuern, die segensreich für uns beide ist.  Drehbücher werden immerzu eingesandt. Ich bin ziemlich gut darin, Drehbücher zu lesen und all die Löcher und sowas zu sehen. Aber für mich beginnt es nicht mit dem Drehbuch als Ganzem, sondern mit dem Charakter. Und ob es dieser Typ von Kerl ist, den ich spielen möchte. Es reduziert sich wirklich auf etwas so Einfaches.  Die Drehbücher können mit Umschreiben fast immer gerettet werden, wenn man die richtigen Autoren hat und die Zeit, es zu tun,  aber zum größten Teil kommt es immer noch auf den Charakter an, der auf der Seite festgeschrieben ist. Das ist die Sache, die mich am meisten anzieht.  Es ist so, wie du früher sagtest, wegen des Erfolgs von so etwas wie ‘Hercules’, wegen dieser Rollen, ist das immer noch die Mehrzahl der Rollen, die hereinkommen, aber ich bin daran wirklich nicht interessiert. Es gibt ein paar andere Dinge, die auch angeboten wurden, die irgendwie von derselben Art sind, und das ist einfach nicht das, wohin ich im Augenblick gehen möchte. Wenn ich in dieser Art von Fantasiewelt bleiben wollte, würde ich liebend gern einen Pirat spielen, einfach nur, weil mit ‘Piraten der Karibik’ offensichtlich  auch viel Interesse in dieser Art Genre begonnen hat. Wenn etwas in dieser Art in einer TV-Serie vorbeikäme, denke ich, dass ich  interessiert sein könnte, mir das anzusehen.

Gilles Nuytens: In manchen TV-Produktionen gibt es öfter Rivalitäten zwischen den Schauspielern und andere Arten negativer Publicity, über die die Presse auf regelmäßiger Basis berichtet. Was, denkst du, bewirkt den negativen Einfluss auf TV-Shows? Geschichten über Schauspieler und all das.

Kevin Sorbo: Über mich wird nicht so viel geschrieben, weil ich denke, dass ich ein viel  langweiligeres Leben führe für die meisten der Leute, die diese negativen Geschichten schreiben wollen und für die Presse, besonders in Amerika. Und ich habe gehört, dass es z.B. in England noch schlechter ist, wo die Regenbogenpresse sogar noch schlimmer ist. Es ist bedauerlich, wenn du all diese Geschichten über Lindsay Lohan und Britney Spears und all dies Zeug siehst. Du schreibst es auch der Jugend zu, aber wenn es da ein Problem mit Alkohol und den Drogen gibt, und das kann jeden betreffen, wird offensichtlich das Scheinwerferlicht auf ihnen viel größer sein als auf einer Person, die nicht in diesem Geschäft ist. Aber es ist seltsam. In Amerika lieben wir es, unsere Helden zu haben, ob sie im Film, Fernsehen oder im Sport sind, aber gleichzeitig lieben wir es, sie herunterzureißen. Ich denke, hier kommt das Ganze,  diese Eifersucht und der Neid und all diese Art Dinge bei den Menschen ins Spiel. Und eine Art  Haben- und Nichthaben –Mentalität. Es ist fast, als ob man in eine Art seltsame kommunistische Partei hineinfällt, wo alle gleich sind und die Leute eifersüchtig sind auf andere Leute, die erfolgreicher sind als du. Ich habe Menschen, die erfolgreich sind, immer als motivierenden Antrieb für mich angesehen. Ich bin nicht mit irgendwelchem Geld aufgewachsen. Ich bin nicht mit Sachen aufgewachsen. Ich bekam abgelegte Sachen von meinen Brüdern, aber ich schaute auf Menschen, die erfolgreich waren. Und für mich war das ein Motivationsfaktor, erfolgreich sein zu wollen. Ich hatte niemals wirklich diese Eifersucht jemandem gegenüber, der eine größere, bessere Karriere hatte als ich. Ich sagte mir einfach, ‘okay, ich werde härter arbeiten, um dorthin zu kommen.’ Bedauerlicherweise leben wir in einer Gesellschaft, in der die Leute Erfolg für eine Weile als großartig ansehen und dann diese Person wieder niederreißen und sie sich schlecht fühlen lassen wollen. Ich denke, es ist geht darum, ein besseres Selbstgefühl zu bekommen.

Gilles Nuytens: Abgesehen von dem, worüber wir schon gesprochen haben, was können wir von dir in der Zukunft erwarten?

Kevin Sorbo: Nun, deine Vermutung ist wahrscheinlich genauso gut wie meine. Gerade jetzt kreuzen die Dinge mit einem netten Tempo herum, und es war ein arbeitsreiches Jahr für mich. Ich habe die sieben Episoden von  ‘The OC’ gemacht, ich machte den Western, ich machte diesen Film namens ‘Hunting and Fishing’ für  Twentieth Century Fox, ich habe jetzt noch einen Western. Ich habe auch noch zwei ‘Walking Tall’s gemacht. Ich weiß nicht, ob sie schon drüben sind. Der ursprüngliche Film ‘Walking Tall’ wurde damals in den 1970ern gemacht. The Rock machte eine Wiederauflage. Ursprünglich hätte ich das tun sollen, aber ich konnte es nicht machen, aber dann kam Sony Studios zu mir, und sie machten zwei im letzten Sommer. Eins ist vor drei Monaten herausgekommen, machte sich sehr gut, es heißt ‘Walking Tall: The Payback‘. Und dann, Ende September, kam ‘Walking Tall: Lone Justice’ auf DVD heraus. Es ging direkt auf DVD, aber sie machten sich sehr gut. Es spielt in der heutigen Zeit, ein Ex-Ex-Marinesoldat kommt in seine Heimatstadt zurück. Seine Heimatstadt ist von einer Art kleinkrimineller mafiaähnlicher Leute übernommen worden. Sein Vater ist der Sheriff und wird getötet. Und er nimmt das Gesetz in seine eigenen Hände. So ist das ein guter, heutzeitiger Actionfilm. Ich habe einen kleinen Thriller, für den ich, wenn wir die Zeit einrichten können, bestimmt in ein paar Wochen rauf nach Chicago zum Drehen gehe. Es ist eine Art Haumesser-Film mit einem sehr niedrigen Budget. Ich hoffe, das klappt. Und da ist noch etwas: dieser Film namens ‘The Price’, über den ich dir erzählte, in dem ich einen Bankräuber spiele, und es gibt einen Spielfilm im Januar namens ‘Sleeping with the Lion’, so hoffe ich, dass alles klappt. Es ist ein wunderbares Drehbuch. Ich spiele einen sehr mit Fehlern behafteten Charakter in der Strafverfolgungsbehörde und werde sehen, was damit geschieht. Sie sagen, dass sie schon alles zusammengesetzt haben, aber ich glaube nie an ein Geschäft, bis es geschieht. So fahre ich bis jetzt an der Küste entlang und versuche, eine gute Zeit zu haben.

Gilles Nuytens: Gibt es eine existierende TV-Show, von der du gern ein Teil wärst, So etwas wie  ‘Heroes’, oder eine andere  TV-Sshow?

Kevin Sorbo: Ich sehe nicht sehr viel fern. Ich schaue mir alles einmal an, um zu sehen, was da draußen vor sich geht. Offensichtlich ist  ‘Heroes’ sehr populär. Ich möchte die erste Staffel ausleihen oder kaufen, alles ansehen, weil ich sehen möchte, was los ist, wenn der Medienrummel bei einer Sache so groß ist. Es gibt eine neue Serie, von der ich wirklich gern ein Teil wäre, aber ich weiß davon nicht viel, außer der Pilotsendung. Sie heißt ‘Journeyman’. Ich glaube, dafür könnte ich perfekt sein. Aber man bekommt nicht alles, was man möchte. Im jetzt laufenden Fernsehen – wenn es eine Chance gibt, eine wiederkehrende Rolle zu spielen, würde ich liebend gern etwas bei ‘Heroes’ bekommen, aber sicher bei ‘House’. Ich denke, das ist eine großartige Show. Sie ist gut geschrieben, gut gespielt. Ich mag die Charaktere, mag die Tiefe der Charaktere und die Fehler, die sie haben.  

(übersetzt von Heidi Stolte)