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Report Andromedaset 2002 - Deutsch

Conventions Europe

Report Andromeda Set Vancouver CA 2002 - Deutsch


Andromedaset 2002
Deutsch


AN BORD „Der Andromeda“
Dienstag, den 21. Oktober 2002 Punkt 09.00 Uhr betreten wir das Bürogebäude der Andromeda
Produktion in Vancouver, Britisch Columbia, Kanada

Ein bisschen nervös sind wir schon. Wir, das sind Karl, unser „Photograph“ und Layouter, Suaad ‚Susi‘ Balke, Repräsentantin für A World Fit For Kids in Deutschland und ich. Heute sitzt Nancy an der Rezeption. Wir kennen sie schon durch unsere vielen Telefonate und freuen uns sie endlich von Angesicht zu Angesicht kennen zu lernen. Die anfänglich Scheu ist nach dem ersten „Beschnuppern“ rasch abgelegt. Und so lernen wir auch noch die vielen anderen freundlichen Telefonstimmen nebst Job kennen. Klar, das Hallo‘ ist groß. Besuch aus Europa ist doch eher eine Seltenheit, selbst in einem so internationalen Studio wie diesem.

Ein wenig später kommt Daniella, Kevin’s persönliche Assistentin, um uns ans Set zu holen. Es ist schon eine feine Sache, sich nicht nur E-mails hin – und her zu senden und miteinander zu telefonieren, sondern sich auch persönlich kennen zu lernen. Nach einer kurzen, aber sehr herzlichen Begrüßung spüren wir „Wir sind Willkommen“ Natürlich sind wir nicht mit leeren Händen an den Set gereist – Nein, schon am Hamburger Flughafen wurden wir befragt, was wir denn eigentlich mit soviel Schokolade vorhaben (T’ja, der Röntgenbildschirm der neuen Überwachungsgeräte hat unsere Kofferinhalte mit den vielen Rittersport Tafeln gnadenlos offenbart. Die Beamten haben glücklicherweise ein Auge zugedrückt!). Auf dem Weg in die eigentlichen Studios gibt uns Daniella noch kurze Instruktionen, wie wir uns während der Drehs zu verhalten haben und los geht’s. Karl schultert seine Video Camera und den Photoapparat – wie immer heißt es bereit zu sein, wer weiß, was kommt? Auf dem Weg zum derzeitigen Drehort erfahren wir, dass außer den uns vorab bekannt gegebenen Schauspielern wie Keith Hamilton Cobb, Lisa Ryder und Kevin, auch Lexa Doig und Laura Bertram am Set weilen. Was für ein Glückstag! Nach unzähligen verschlungenen Pfaden durch eine Bürolandschaft, gelangen wir in eine riesig wirkende Halle, die relativ düster ist, nur wenige Lichter sind angeschaltet. Weiter im Hintergrund hören wir schon die Stimmen der Schauspieler. Es wird also gerade eine Szene gedreht. Wir gehen langsam an Schminktischen und Regiestühlen vorbei. Im Vorrübergehen entdecke ich die Namen von Keith, Lexa, Lisa, Kevin etc. auf den Rückenbannern.

Daniella erklärt uns, dass wir einen Moment warten müssen und lässt uns allein, um uns bei Kevin und den anderen Schauspielern anzumelden. So bleibt uns etwas Zeit, die ersten Eindrücke allein zu sammeln und Luft zuholen. Wir sind endlich vor Ort, direkt am Set. Um uns herum entdecken wir im dämmrigen Licht der Halle Kulissen, die wie Felsen mit höhlenähnlichen Formationen aussehen. Sie erinnern etwas an die Episoden mit den Magogs (Episode:“It’s Hour Come Round At Last“....“), allerdings gibt es auch noch weiße Felsen, welche so ähnlich in der Episode „ Into The Labyrinth “ auftauchen. Zusammen gestellt zu einer Kulisse sieht aber alles ganz anders aus.

Und urplötzlich aus dem Nichts sind mit einmal alle da:

Wir werden sehr interessiert von Keith und Lexa beäugt. Dann kommt Kevin und begrüßt uns. Selbstverständlich lässt er es sich nicht nehmen uns miteinander bekannt zu machen. Er gibt noch ein paar kurzeAnweisungen und verschwindet zusammen mit Lexa zu einem weitere Dreh. Nur Keith hat anscheinend Pause, bleibt mit uns zurück und ruht sich etwas in seinem Set - Stuhl aus. Wir machen uns näher bekannt und kommen langsam ins Gespräch. Da er an diesem Tag die meisten Szenen zu drehen hat, verzichten wir lieber auf ein schnelles Interview. Was ihm augenscheinlich sehr entgegenkommt. Aber er verspricht alle Fragen via Internet oder Fax zu beantworten, die mitgebrachten Autogrammwünsche nimmt er jedoch sofort an sich. Gern posiert er für ein paar Fotos. Und Karl, ausgerüstet mit seiner funkelnagelneuen Digitalkamera, ist in seinem Element. Stolz führt er uns in einen der Gänge der Andromeda Ascendant und Karl gibt sein Bestes als „Hof-Photograf“. Wir haben alle viel Spaß. Dann wird auch er wieder an den Set zurück gerufen. Also übernimmt Daniella wieder die Führung und zeigt uns nun erst einmal das restliche Drehstudio. Sie führt uns durch das Raumschiff Andromeda bzw. zu dessen einzelnen Sektionen, welche keineswegs zusammenhängend ein Ganzes bilden. Jeder Raum für sich, ist wie eine Art Ministudio gestaltet.

Unglaublich, aber wir betreten wirklich das private Gemach von Captain Dylan Hunt: Kühl und aber sehr stilvoll eingerichtet, so wie wir es aus den Folgen kennen. Nach kurzem Aufenthalt geht es über ein paar Gänge weiter und ich befinde mich endlich in dem gemütlichen Bereich von Trance Gemini. Der Raum ist - Die Einrichtung etwas verschnörkelt – verspielter, eben weiblich. Dann geht es weiter in das Reich des beliebten Si-Fi Technikfreaks, wir betreten Harpers Tüftlerstube – den „Workroom“ und inspizieren die „medizinische“ Abteilung. Ein wenig überrascht sind wir schon, denn die Gänge der Andromeda Ascendant sind weit und wirken riesig. In meiner Phantasie kann ich mir die Andromeda wirklich als ein gewaltiges Raumschiff vorstellen und ahne, dass wir nur „winzige“ Abschnitte kennen lernen und nur einige wichtige Abschnitte schaffen können. Und weiter geht es über Gänge, Treppen und Stufen und so landen wir kurze Zeit später im allgemeinen Empfangsraum, der, so erklärt Daniella, auch für Partys zur Verfügung steht nein, nicht für uns oder der Set Crew, sondern speziell für feierliche Anlässe auf der Andromeda innerhalb einer Filmszene wie in der Episode „Tödliches Gipfeltreffen ( All Great Neptune’s Ocean)“. Etwas abseits steht ein kleines Shuttle, welches manchmal für kleine Reisen in der Serie genutzt wird. Daneben geht es zu Beka Valentines Frachter, der „Eureka Maru“.

Daniella führt uns hinein und wir können alles von innen betrachten. Dieses Schiff wirkt doch insgesamt kleiner und schmaler als wir es vom TV her kennen. Und jetzt kann Susi sich nicht mehr bremsen und schmeißt sich gleich in den irren Kommandositz von Beka. Karl greift zur Kamera und drückt ab. Sie sieht wirklich fesch aus, unsere Pilotin Suaad Balke!

Unser Rundgang endet in der Kommandozentrale der Andromeda, wo wir für den heutigen Tag Zaungäste sein dürfen. Damit wir niemanden im Weg stehen, werden Crewstühle angeboten, auf denen wir Platz nehmen und das Geschehen in uns aufsaugen. Daniella läßt es sich nicht nehmen und bringt uns etwas zu trinken. Und dann kann es wieder losgehen. Unser lockeres „Hallo“ wird von allen Seiten freundlich zur Kenntnis genommen und zurückgegeben. Wir fühlen uns aufgenommen, wie in einer Familie. Mit Spannung erleben wir, wie die nächsten Filmszenen entstehen. Wir werden Zeugen der Drehaufnahmen zu der Episode „The Point Of The Spear “ aus der dritten Staffel..Wir sind erstaunt, wie groß die Filmcrew ist, die dafür verantwortlich ist, damit die Aufnahme auch gut wird. Jeder kennt seinen Platz, weiß um seine Aufgabe. Alles läuft in Ruhe ab, es gibt keine Hektik, obwohl überall zu spüren ist, dass hier hart und konzentriert gearbeitet wird. Nach und nach entdecken den Beleuchter, die Damen von der Maske (Es gibt eine für die Schminke zuständig ist. Eine, die nur für den perfekten Sitz der Haare verantwortlich zeichnet und eine Dritte, die ausschließlich für ein gut sitzendes Kostüm zu sorgen hat.), den Elektriker, den Regieassistenten, den Produzenten und natürlich, nicht ganz unwichtig, den Regisseur. An dieser Stelle sehe ich davon ab, jeden einzelnen Dreh zu beschreiben, da es sehr viele waren und ich mir vorstellen kann, dass der gesamte Ablauf, wiezum Beispiel eine einzelne Filmszene zustande kommt von größerem Interesse sein dürfte. Also, „unsere“ Szene wurde erst von Keith, Lisa, Lexa, Laura und Kevin zusammen mit dem Regisseur durchgesprochen. Dabei hatte jeder Schauspieler seinen Text aus dem Drehbuch in der Hand. Fast alle Darsteller tragen während dieser Zeit eine dicke Jacke oder Mantel über ihrem Kostüm, denn in dem Studio ist es kühl, damit die vielen technischen Geräte und empfindlichen Apparaturen nicht überhitzen. Jeder Schauspieler steht auf seinem vorgesehenen Platz, denn für die Kameraeinstellung muss die Entfernung vom Darsteller zur Kamera ausgemessen werden, damit die entsprechende Belichtung errechnet und die Spots entsprechend justiert werden können. Der ganze Prozess wird dann noch einmal ohne die Schauspieler wiederholt. Während z.B. Lexa Doig oder Lisa Ryder etwas abseitsstehen und ihre Texte lernen bzw. noch einmal nachgeschminkt werden, wird nochmals alles vermessen, die Kamera in die rechte Ausnahmeposition gefahren, der Drehwinkel eingestellt usw. Und dann wird es ernst: Die Schauspieler nehmen ihre vorher bestimmte Position ein und die Szene wird zur Probe noch einmal durchgespielt. Die Jacken bzw. Mäntel werden ausgezogen und eine laute Klingel ertönt. Plötzlich verstummt das Stimmengewirr und es ist Mucksmäuschen still. Wir beginnen den Atem anzuhalten, denn nun darf niemand mehr ungefragt sprechen, mit dem Schuh scharren, niesen oder sonst etwas von sich geben. Die Klappe wird geschlagen, die Kamera beginnt zu laufen und über hoch technisierte und Geräusch empfindlich Mikrofone, die auf die einzelnen Akteure der Szene gerichtet sind, wird der Ton aufgezeichnet.Diese Szene wird ca. 3 bis 5 Mal wiederholt bis sie endlich im „Kasten“ ist. Denn der Regisseur hat immerwieder etwas einzuwerfen oder zu korrigieren. Dazu kommt, dass sich Keith, Kevin oder sonst Jemand mal verplappert, die berühmt berüchtigten

Bloppers“ (Übrigens - wenn das passiert, wird derjenige von den Anderen so richtig nett aufgezogen und ordentlich geneckt! Na, klar wird dabei auch viel gelachtJJJ). Zwischendurch wird immer noch einmal nachgepudert, die Kleidung im Sitz korrigiert oder die Haare nachfrisiert. Und während wir drei das Geschehen aufmerksam verfolgen, kommt Lisa Ryder auf uns zu, begrüßt uns an Bord. Wir gratulieren ihr noch nachträglich zu ihrem Geburtstag, den sie tags zuvor gefeiert hat und überreichen ihr ein kleines Präsent. Über das sie sich sehr freut. Sie ist sehr freundlich, humorvoll, macht gern ihre Späßchen. Während des weiteren Drehs merken wir, dass sie sehr gern lacht und offen bzw. sehr interessiert an allem ist. Eine durch und durch sympatische Frau, wir sind überwältigt. Dann treffen wir auch noch auf Laura Bertram, die Darstellerin der Trance Gemini. Wir schaffen es gerade ein paar Worte beim Umbau der Kulissen mit ihre zu wechseln, mehr Zeit bleibt einfach nicht, sie muss weiter, verspricht aber sich zu melden. Also nehmen wir wieder Platz auf unseren Stühlen und erleben während der weiteren Drehs , dass Keith, Kevin, Laura, Lisa und Lexa eine sehr lustige, gutgelaunte und perfekt aufeinander abgestimmte Truppe sind, die immer zu Scherzen aufgelegt ist und sich leidenschaftlich gern gegenseitig auf die Schippe nimmt. Immer wieder gibt es kleine Scherze über Versprecher der Kollegen zu machen bzw. einer macht einen Scherz, um die Atmosphäre aufzulockern. Dabei fällt uns schnell auf, dass Lisa und Lexa kaum still stehen können. Während Lisa ballettähnliche Übungen mit ihren langen Beinen ausführt, bewegt Lexa ihre Knie rauf und runter. Dabei ist sie dann einmal ziemlich heftig an den Ständer des Schaltpults an dem sie stand, geknallt. Autsch, das tat sichtlich weh. Aber sie bis die Zähne zusammen und drehte weiter, eben ein Vollprofi, super professionell. Während der Drehpausen werden unsere Set - Stühle immer wieder von einer zur anderen Seite verlegt, da die Szenenhintergründe sich verändern. Wir rücken jedes Mal mit, denn es ist klar, wir wollen hier Niemanden bei seiner Arbeit behindern. Zeitweilig kommen einige Statisten als Crewmitglieder der Andromeda Ascendant dazu. Sie agieren an den unzähligen Schaltpulten und Überwachungsmonitoren. Die Szene wirkt schon recht imposant.

Während des weiteren Drehverlaufs spielt Laura Bertram zusammen mit der Schauspielern Judith Thompson eine Szene. Judith spielt die Schwester von Trance Gemini und ist der Gaststar in dieser Episode. (Aha, Trance hat also auch noch Familie! Wie interessant, sie ist also nicht die letzte ihrer Rasse!) Wir sind hin und weg, tauchen völlig ein in das Geschehen und saugen alles in uns auf.

Da werde ich von einer zierlichen Dame angesprochen. Im Laufe des Gesprächs erfahre ich, dass es sich um Lee Ann Wolfin handelt, welche eine der ausführende Produzentinnen ist. Sie berichtet mir, dass sie gerade zusammen mit Sam Sorbo einen Film gedreht hat. Sams Kurzfilm, bei dem sie auch als Produzentin tätig war. Lee Ann berichtete uns weiter, dass auch Brent Stait (Rev Bem) und natürlich Kevin in Sams Film der den Titel „Moving Out“ (Siehe auch Interview mit Kevin Sorbo vom 04.09.02!) mitspielen. Sie studiert sehr interessiert die englischen Clubmagazine beider Clubs. Eigentlich sind wir doch recht erstaunt, dass sich so nach und nach irgendwie jeder die Magazine nimmt und liest. Zuletzt landet in einer größeren Drehpause auch eines beim derzeit ausführenden Regisseur, Allan Harmon. Er hat auch schon seine „Andromeda“ Erfahrungen, denn er führte Regie bei den Folgen „The Belly and The Beast“ und „All Great Neptune’s Ocean “ und aktuell „The Point Of The Spear“. Nach einer Weile ruft er mich zu sich. Er deutet auf unseren Episodenguide und erklärt mir, dass ich bei zwei Folgen den verkehrten Regisseur angegeben hätte. Denn er habe bei diesen Folgen Regie geführt – Wie unangenehm, ja, da waren wohl unsere Recherchen nicht so gründlich. Ich berichte ihm, dass ich bei RTL II, der TV- Highlights und Tribune Entertainment nachgesehen hätte und dort etwas anderes gestanden hätte. Allan Harmon sah das aber nicht so ernst, ich versprach ihm natürlich, den Fehler zu korrigieren! Ehrlich, mir war doch etwas mulmig dabei. Aber durch Allan’s Freundlichkeit und Professionalität fühlte ich mich gleich wieder besser und dies ließ mich mein Missgeschick schnell vergessen.

Bevor sie ging, ließ uns Lee Ann Wolfin wissen, dass sie uns noch eine spezielle Einladungskarte zur Premiere von Sams Film besorgen wollte sowie ein Script des Drehtages. Syre, ein netter junge Mann, der unsere Set - Stühle immer wieder umsetzen darf, bringt uns etwas später die von Lee Ann versprochenen Dinge, die ich sofort sicher in meiner Tasche verstaue, damit im Eifer des Geschehens nichts verloren geht. Syre ist auch sehr freundlich und hilfsbereit. Er verrät mir auf meine Anfrage hin, dass er gerade eine Ausbildung als Regisseur mache und hier am Set der Regieassistent sei. T’ja aller Anfang ist schwer und nicht jeder wird als Steven Spielberg geboren. Die meisten müssen den Job von der Pike auf lernen. Dann ist Mittag und endlich Lunchtime. Kevin kehrt zurück und nimmt sich etwas von seiner sehr knappen freien Zeit. Damit keine kostbare Minute verloren geht, setzt er sich mit uns zusammen an einen Tisch. Ich begreife, es wird Zeit für unser Interview mit ihm. Doch bevor ich starten kann, hat sich Kevin schon meinen Fragebogen geschnappt und studiert diesen aufmerksam. Kevin ist trotz des akuten Zeitmangels seinerseits sehr konzentriert. Trotzdem wirkt er locker und entspannt, er kennt uns halt, so läßt er es sich nicht nehmen und gibt mal wieder manche Pointe zum Besten. Er hat sich kaum verändert, immer noch der Schelm, der zu Witzen aufgelegt ist. Wir lachen viel und so nebenbei entsteht das Interview, welches Karl auf Video für die Clubmitglieder festgehalten hat. Kaum hat er die letzte Frage beantwortet, taucht auch schon Shelly, eine Assistentin auf, und Kevin muss zurück an den Set. Da wir, wie so manch anderes Crewmitglied, so langsam etwas wie Hunger verspüren, stürmen wir, wie all die Anderen zum Küchenwagen. Und man meint es gut mit uns; es gibt nicht nur eine Rindsroulade, sondern gleich zwei! Den Nachtisch kann sich dann jeder selbst am Buffet zusammen stellen. In dem großen Speiseraum sitzen alle ungezwungen zusammen, ob Schauspieler, Statisten, Techniker oder Beleuchter: Alle nehmen ihre Mahlzeit gemeinsam in dem sehr spartanischen Raum ein. Nach dem leckeren Essen führt mich mein Weg direkt zu Laura, denn sie hat jetzt endlich Zeit. Ich erzähle ihr, dass wir all die tollen Reiserouten und Aussichtspunkte, welche sie uns in unseren gemeinsamen Interview empfohlen hat, ausprobiert haben. Sie freut sich sichtlich. Aufmerksam studiert sie unser aktuelles Clubmagazin. Sie ist sehr erstaunt zu erfahren, dass unser Team ca. drei Monate an der Fertigstellung solch eines Magazins arbeitet bis es endlich druckfertig ist. Laura stellt Karl und mir viele persönliche Fragen. Dabei erfahren wir, dass Lauras Mutter einen ähnlichen Beruf wie ich ausübt, sie arbeitet mit authistischen Kindern, ist also auch für Behinderte tätig. Wir machen schnell ein paar Fotos, denn Lauras Zeit ist knapp bemessen, denn sie muss noch einmal den Text für den Nachmittag überfliegen. Die Mittagspause geht zu Ende und so nach und nach verschwinden alle wieder Richtung Maske und Studios. Plötzlich stehen wir etwas verlassen da, denn Daniella ist schon lange nicht mehr bei uns. Auf sie warteten Berge von Büroarbeit. Wir registrieren erstaunt, dass man uns sehr viel Vertrauen entgegenbringt, denn wir können uns völlig frei auf dem Gelände bewegen. Das muß man ausnutzen, also setzen wir uns wieder Richtung Studios in Bewegung, wo bereits die Vorbereitungen für die nächsten Einstellungen laufen sollen. Auf dem Weg dorthin kommen wir auch genialer Weise durch die Garderobe und entdecken so manches tolle Kostüm. Photographieren ist allerdings strikt verboten, klar, es muss ja noch ein paar Überraschungen geben! Der weitere Tag vergeht wie im Fluge. Und wir stellen mit großem Respekt fest, dass alle Akteure noch frisch und sehr konzentriert wie am Morgen arbeiten. Hut ab, dabei stehen die meisten von ihnen schon mehr als 6 Stunden vor der Kamera! Am Nachmittag erleben wir noch kurz einen beinahe Kabelbrand: Auf einmal riecht es im ganzen Studio sehr verdächtig nach verbranntem Gummi. Wir müssen alle sehr rasch die Kommandozentrale der Andromeda, da wurde gerade gedreht, verlassen. Glücklicherweise aber es war nur ein harmloser und klitzekleiner Kurzschluss. Alle sind froh, denn ein echter Kabelbrand hätte die Produktion um Tage im schlimmsten Fall sogar um Wochen zurückwerfen können. Während wir geduldig in der Kulisse warten, taucht zwischendurch immer wieder mal Kevin bei uns auf, um sich zu erkundigen, ob alles okay ist. Ich nutze dabei die Situation und frage ihn kurz, ob es möglich sei, alle zusammen mal auf ein Bild zu bekommen. Kevin kontert etwas erstaunt: „Alle??? Du meinst wirklich alle???“ Na, ich kann ihn etwas beruhigen, natürlich habe ich Keith, Laura, Lisa, Lexa und Kevin gemeint.. .Kevin atmet sichtlich auf, er nimmt alles tierisch ernst, was? Der eigentliche Hammer kommt aber noch, denn als Kevin signalisiert, er müsse bald weg, da er noch Gespräche mit Scriptwritern und Autoren vor sich habe (Wann hört er eigentlich auf zu arbeiten???) frage ich höflich nach dem Gruppenbild. Und Kevin runzelt erschrocken die Stirn, denn leider ist schon der größte Teil der Darsteller auf dem Weg nach Haus. Oh, Schreck, also kein Gruppenphoto!

Wir müssen wohl ziemlich geknickt ausgesehen haben, denn wer Kevin kennt, ahnt was jetzt kommt!

Ja, wir durften noch einmal ans Set kommen, um alle zusammen auf ein Foto zu bannen – Kevin schlägt vor, dass wir am Freitag noch einmal vorbei kommen!!! Und wir sagen begeistert zu. Er entschuldigt sich, aber auf ihn warten andere Verpflichtungen. Und wir verstehen das gut, sind dankbar für die viele Zeit, die er uns geopfert hat und packen unsere sieben Sachen zusammen. Da taucht Daniella wieder bei uns auf und entschuldigt ihr Verschwinden, den sie musste für Kevin noch viele Briefe schreiben bzw. Termine koordinieren. Sie begleitet uns in Richtung Mietwagen und wie sich beim Gespräch herausstellt, wird Daniella am Freitag wohl nicht dabei sein. Sie ist traurig darüber wie wir und so wird der Abschied härter als erwartet. Aber sie gibt uns ihre Zusage, dass sie uns einen Report schreiben wird, indem sie ihren Alltag als Assistentin beschreibt und wir so einen kleinen Einblick in ihre vielseitige und bestimmt auch oft sehr anstrengende Arbeit bekommen.

Am Freitag Morgen ist es soweit, wir betreten die Studios zum zweiten Mal. Alle begrüßen uns recht locker und offen, keine Spur von Scheu oder Zurückhaltung wie bei der ersten Begegnung vor ein paar Tagen. Wir können noch einmal auf den bereits bekannten Set - Stühlen Platz nehmen und beim Dreh Zeuge sein. Karl bekommt noch einmal die Gelegenheit ein paar Fotos zu schießen bzw. die Videokamera zum Einsatz zu bringen. Da nach einer harten Arbeitswoche, das verdiente Wochenende zum Greifen nah vor der Tür steht, sind alle besonders gut gelaunt und locker. Und dann treffen sich alle zum „Gruppenfoto“. Und Karl und ich staunen nicht schlecht, wie ulkig und übermütig die Truppe drauf ist und die Grußworte in Richtung Kamera ruft. Schaut Euch die Fotos an! Da wir wissen, dass alle noch viel zu arbeiten haben, packen wir artig unsere Sachen und verabschieden uns. Kevin winkt noch einmal und schon ist er weg, die Arbeit ruft.

Fotos: Karl Müller
Report: Hannelore Müller


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